Blog von ViniYoga - Oldenburg

Beiträge zu aktuellen Themen rund um Yoga und Therapie:

Der Atem im Yoga                                                                   02.09.2017

Im Yoga spielt der Atem eine besondere Rolle. Nicht nur in der Praxis der Asanas und in der Verbindung mit Körper und Geist, sondern auch als 4. Glied des achtgliedrigen Yogaweges, so wie er im zweiten Kapitel des Yoga Sutras beschrieben wird. Das vierte Glied ist Pranayama. die Praxis der Atemübungen. Die Wurzel na im Wort bedeutet führen und die Wurzel pra bedeutet perfekt. Das heißt, dass der Atem der perfekte Führer für die Lebenskraft ist. Die Wirkung der Lebenskraft wird  zu einem großen Teil über den Atem spürbar. Außerdem gibt es eine enge Verbindung von Atem und Psyche. Der Atem ist ein wichtiger Sensor für unser inneres Befinden. Es kann nur Ruhe in unserem Geist entstehen, wenn wir den Atem mitnehmen und dieser ebenfalls ruhig wird. Der ruhige Atem ist auch Voraussetzung, um in der Meditation den Geist auf ein Objekt ausrichten zu können. In der Asana-Praxis zeigt uns ein ruhiger Atem an, ob wir die Qualitäten von Stabilität und Leichtigkeit erreicht haben.

Wir üben im Yoga Pranayama um einen langen, gleichmäßig fließenden Atem zu erlangen. Dazu wird der Atemstrom an bestimmten Orten im Körper reguliert. Ich gehe hier nicht näher auf die Techniken ein, da sie nur durch einen Lehrer, eine Lehrerin im direkten Kontakt vermittelt und geübt werden sollten, so steht es auch im Yoga Sutra.

Wir beginnen immer zuerst damit, den Ausatem zu verlängern, da ein langer Ausatem die Voraussetzung für einen vollständigen Einatem ist. Der lange Ausatem und die Pause (das Innehalten) danach kann eine besondere Art von Ruhe und Klarheit in unseren Gedanken und Gefühlen entstehen lassen und dadurch Leid verringern. So steht es auch im ersten Kapitel des Yoga Sutras im Vers 1.34. Leid heißt in der Sanskrit-Sprache duhkha, was so viel bedeutet wie enger Raum. Wenn wir allen Atem aus unseren Lungen herausgebracht haben, so können wir vollständig einatmen und damit weitet sich auch der innere Raum.

Unser Atem steht in enger Verbindung mit dem Parasympathischen Nervensystem und hier besonders mit dem Nervus Vagus, der unter anderem das Herz und die Lunge innerviert. Der Ausatem kann bewirken, dass ein beschleunigter Herzschlag sich wieder normalisiert, wenn wir lang und ruhig ausatmen. Vorausgesetzt ist hier natürlich, dass unser Herz gesund ist, und die Beschleunigung der Herzfrequenz durch ein äußeres Ereignis oder durch sorgenvolle oder ängstigende Gedanken ausgelöst wurde.

So haben wir über den Atem und das Pranayama ein wichtiges Mittel, um auf allen Ebenen des Yoga Veränderungen herbei führen zu können. Es ist jedoch mit besonderer Achtsamkeit zu bahandeln, da ein falsches Einsetzen des Atems auch zu negativen Folgen wie z.B. zu hoher Aktivierung des Nervensystems oder sogar zu Ängsten führen kann. Dies ist besonders zu beachten, wenn der Einatem verlängert oder gehalten wird.

Ein vollständiges Pranayama beinhaltet ein Verhältnis von Einatem zu Ausatem, Pausen (Innehalten) nach Ein- bzw. Ausatem und eine bestimmte Anzahl an Atemzügen, die auszuführen sind. Diese Beschreibung finden wir im Yoga Sutra, Vers: 2.50. Pranayama wird in einer sitzenden Haltung ausgeführt. Wichtig ist, dass immer mit der   Asana-Praxis begonnen wird. Erst wenn Asanas über einen längeren Zeitraum geübt wurden, kann mit dem Einsatz von Pranayama, so wie es im Yoga Sutra beschrieben ist, begonnen werden. In meinem Yogaunterricht beginne ich manchmal schon früher mit dem reinen Üben der Regulationstechniken des Atems, da nicht immer alle Teilnemenden im Kurs auf dem gleichen Erfahrungsniveau sind. Ein Pranayama wie oben beschrieben sollte hingegen nur von Menschen ausgeführt werden, die schon über eine längere Yogaerfahrung verfügen.

Zum Schluss noch eine kleine Anmerkung: Auch wenn wir im Pranayama mit dem Atem arbeiten, so sollte dies nicht isoliert als  Atemtherapie, sondern immer nur im gesamten Kontext des Yoga gesehen werden.                                

Yoga und Depressionen                                                           02.08.2016

Ist ein Mensch von einer Depression betroffen, so leidet er auf unterschiedlichen Ebenen. Auf der körperlichen Ebene können z.B. Vegetatives Nervensystem, Muskeln, Atmung oder Stoffwechseltätigkeit beeinträchtigt sein. Auf der psychischen Ebene sind oft Gefühle von Traurigkeit und Sinnlosigkeit vorhanden. Die Gedanken kreisen um die Vergangenheit oder Zukunft, und die Stimmung ist gedrückt oder ängstlich.

Da die Ausprägung der Symptome jedoch sehr unterschiedlich sein kann, gibt es nicht "die Yogapraxis für Depressionen". Man kann mit Yoga sehr wohl etwas tun, es muss aber dazu der gesamte Mensch, in seinem Umfeld, mit seiner Konstitution, seinen Einschränkungen, aber auch den noch vorhandenen Fähigkeiten und vor allem mit seinen Wünschen an die Praxis, gesehen werden.

Die individuelle Yogapraxis kann unter Beachtung dieser Parameter einen Impuls geben, der dann im Körper und auch auf der psychischen Ebene etwas bewirken kann. Gelingt es, durch die Verbindung von Bewegung und Atmung, die Aufmerksamkeit ins "Hier und Jetzt" zu bringen, so kann die Yogapraxis eine Pause von den Sorgen und quälenden Gedanken sein. 

Wenn ein Mensch, der unter Depressionen leidet, sich auf den (Yoga)Weg macht und eine Yogalehrerin/einen Yogalehrer sucht, so ist schon ein erster Schritt getan. Die Teilnahme an einem Kurs kann ebenfalls auf allen genannten Ebenen wirkungsvoll sein. Hinzu kommt hier der Aspekt des sozialen Kontaktes.

Das Erleben von Selbstwirksamkeit ist gerade bei psychischen Erkrankungen enorm wichtig. Die individuelle Yogapraxis hat hier eine begleitende und unterstützende Funktion und wird manchmal auch als Yogatherapie bezeichnet. Sie kann aber niemals eine psychotherapeutische oder ärztliche Behandlung ersetzen!

Durch meine Arbeit in einer Psychosomatischen Klinik habe ich viel Erfahrung auf diesem Gebiet, die ich in meine Yogakurse bei ViniYoga Oldenburg und in den individuellen Yogaunterricht einbringe.  

Yoga der Vielfalt in Oldenburg                                               12.07.2014

In Oldenburg gibt es mittlerweile ein reichhaltiges Angebot an Yogakursen, offenen Stunden, ja sogar Ausbildungen; und es kommen ständig neue hinzu. Für Yoga Interessierte oft nicht leicht das Passende zu finden. Manche mögen es gerne sportlich und suchen die körperliche Herausforderung, anderen ist es wichtig, den Geist zur Ruhe bringen zu können und eine Insel im stressigen Alltag zu finden. Wieder andere kommen zum Yoga, weil sie Unterstützung bei einem gesundheitlichen Problem suchen.

ViniYoga - Oldenburg bietet Kurse mit maximal 11 Teilnehmenden in einer angenehmen Atmosphäre. Es wird nach dem Prinzip des Viniyoga geübt. Mehr dazu unter Viniyoga.

Mir ist es wichtig, den einzelnen Menschen zu sehen. Ich möchte, so gut es mir möglich ist, auf individuelle Bedürfnisse und Fähigkeiten eingehen können, sowohl auf der psychischen als auch auf der körperlichen Ebene. Dafür ist ein persönliches Gespräch vor einer Probestunde oder der Teilnahme an einem Kurs unerlässlich. Nicht selten entscheidet gerade dies über die Wahl des passenden Angebotes bei all der Vielfalt des Yoga in Oldenburg.